Ich will eine Website!

Websites sind cool. Websites sind modern. Websites muss man einfach haben.

Aber woher nehmen und nicht stehlen? Hier eine megakurze Kurzanleitung - das Wichtigste in Würze:

Homepage, Website, Webseite, Internetpräsenz oder was?

Im Webdesign herrscht eine fast babylonische Sprachverwirrung: es wird von Webseiten, Homepages und Websites geredet, von Internetpräsenz und Online-Aktivität... Es kann durchaus vorkommen, dass man auf Fachforen unfreundlich ausgelacht wird, wenn diese Begriffe falsch benutzt werden. 

Hier eine Auswahl der wichtigsten:

Andere Worte wie Web-Präsenz oder Internetauftritt werden als Synonyme gleichbedeutend zur Website genannt und meinen also das ganze Gebilde aus den verschiedenen einzelnen Webseiten.

Aller Anfang muss nicht schwer sein...

Das Erste und Wichtigste, das benötigt wird, ist eine gute Idee. Wofür dient die Website? Was ist ihr Zweck und was ihr Nutzen? Aus dieser Grundidee ergibt sich der ganze Rest: ein Fussballverein wird eine andere Website gestalten als ein Advokat, ein Versandhaus benötigt nochmals etwas ganz Anderes.

Bei mir war es der Fall, dass ich eine Möglichkeit suchte, meine Texte zu veröffentlichen mit einem Diskussionsforum für den Austausch über spirituelle Themen. Als zweites kam dann eine nächste Website dazu, die als Portfolio für meine selbständigen Tätigkeiten gedacht war. 

Das nächste war dann: suchen, suchen, suchen. Ich bin auf vielen Seiten herum gesurft, habe die Informationen da und dort zusammen gekratzt, viel gelesen - auch viel Widersprüchliches - und brauchte ziemlich lange, bis ich fand, was ich brauchte. Dieser Artikel soll dazu dienen, diese lange Suche in kurzer Form zusammenzufassen, einige Entscheidungshilfen zu bieten und auf nützliche Literatur hinzuweisen.

Wo kriege ich Hilfe?

Am Anfang stehen viele Fragen - und wo gibt es die Antworten? Das Internet ist glücklicherweise ein interaktives Medium, und es haben sich zahlreiche virtuelle Marktplätze - auch Foren genannt - entwickelt, in denen Leute sich gegenseitig helfen und gegenseitig inspirieren. Zwei dieser Foren zum Thema Webdesign sind:

Leider muss gesagt werden, dass der Umgangston auf manchen Foren ziemlich ruppig ist - die Erfahrenen sind nicht immer davon begeistert, wenn der Newbie dieselbe Frage stellt wie schon hundert andere zuvor. Doch wer sich angewöhnt, als Erstes die Suchfunktion zu nutzen, um zu schauen, ob die eigene Frage schon beantwortet wurde, und wer Lernwillen und Engagement zeigt, wird in der Regel gut aufgenommen und erfährt oft kompetente und schnelle Hilfe. 

Wenn das Interesse nachhaltig ist, lohnt es sich auch, das eine oder andere Buch anzuschaffen. Empfehlenswert ist zum Beispiel die "Little Boxes"-Reihe zu HTML und CSS von Peter Müller:

Die Website selber bauen mit HTML und CSS

Ich entschied mich dazu, meine Website mit HTML und CSS selbst zu bauen, und nicht auf einen Baukasten mit vorgefertigten Elementen zurück zu greifen. Zu diesem Zweck habe ich die Website zuerst lokal, auf meinem eigenen Computer, erstellt, und sie nachher auf Webspace hochgeladen. 

HTML - Hyper Text Markup Language

HTML ist die Abkürzung für "Hyper Text Markup Language", auf Deutsch: Hypertext-Auszeichnungssprache und die Basis von jeder Webseite. Das HTML oder der Quellcode kann angezeigt werden, wenn man mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Internetseite klickt und "Quellcode anzeigen" wählt. Typsiche Elemente von HTML sind zum Beispiel <div>, <p>, <h3> oder <li>. Mit HTML wird die Struktur einer Seite definiert.

Eine ausführliche Website, an der schon Generationen von Webdesignern ihr Handwerk gelernt haben, ist selfhtml:
http://de.selfhtml.org/

CSS - Cascading Style Sheet

Ebenfalls auf selfhtml finden sich Anleitungen dazu, wie die Seite nicht nur funktional, sondern auch schön werden kann, nämlich mit CSS. CSS ist die Abkürzung für "Cascading Style Sheet" und definiert das Aussehen einer Seite. Es wird eine eigene Datei - das Style Sheet -  geschaffen, die alle HTML-Seiten anspricht - so kann das Aussehen der gesamten Site durch Veränderungen in einer einzigen Datei leicht modifiziert werden, und es muss nicht jede einzelne Seite separat neu gestaltet werden. 

"Cascading" wird es genannt, weil es mehrere Ebenen von Style Sheets gibt - vom Browser automatisch gelieferte, persönlich auf dem eigenen Computer erstellte, und jene, die die Website liefert. Wie in einer Kaskade sind die Rechte daran verteilt: die persönlich erstellten Style Sheets - zum Beispiel für NutzerInnen mit Behinderungen - kommen vor jenen der Website, und diese wiederum übertrumpfen das Style Sheet des Browsers.

Warum eine Website selber bauen?

Die Entscheidung für die Gestaltung von Hand, mit viel und manchmal recht mühseliger Arbeit, mag unsinnig scheinen - schliesslich gibt es viele Gratisangebote im Netz, wo eine Seite mit vorgefertigten Baukastenelementen in kurzer Zeit zusammengeklickt werden kann, und so übel sehen die meist gar nicht aus. 

Wer selbst baut, lernt allerdings von der Pike auf, wie eine Website funktioniert. Und wer selbst baut, hat alle Möglichkeiten in der Gestaltung, die lediglich durch das eigene Wissen und Können begrenzt sind. 

Ebenso kommt dazu, dass das Selber-Bauen es leichter macht, sicherzustellen, dass der HTML-Code valide ist - das heisst, dass er den Regeln entspricht, die vom "world wide web consortium" festgelegt wurde. Seiten können leicht mit dem Validator getestet werden:
http://validator.w3.org/

Ein sauberer Code ist wie ein gutes Fundament - man sieht nicht viel davon, doch wenn es fehlt, hakt es immer wieder mal, und wenn die Seite einmal steht, sind Fehler schwer zu korrigieren, ohne das Ganze abzubrechen und von Grund auf neu zu gestalten. 

Womit den Code schreiben?

Grundsätzlich, für die Minimalisten, reicht es aus, den Editor von Windows zu nutzen, der im Zubehör aller Windows-PCs zu finden ist . Die Seiten werden als Text geschrieben und können im Browser (zB Mozilla Firefox oder Internet Explorer) geöffnet und betrachtet werden. 

Es gibt allerdings auch eine Reihe von sogenannten HTML-Editoren, also Programmen, die speziell dafür geschaffen sind, Webseiten zu schreiben. Ich benutze den kostenlosen Kompozer, es gibt aber eine Fülle anderer Programme. Hier werden einige von ihnen vorgestellt, kostenlose wie auch kostenpflichtige:
Dr. Web: Web-Editoren

Software, Werkzeuge und was es sonst noch braucht

Wenn der HTML-Code auf dem eigenen PC geschrieben ist und das CSS für ein nettes Äusseres sorgt, so geht es zum nächsten Schritt: veröffentlichen!

Dazu benötigt man:

Die Domain und der Webspace

Um etwas auf dem Web zu veröffentlichen, wird der Zugang zu Webspace auf einem Server benötigt. Firmen, die diese Dienstleistung zur Verfügung stellen, werden Webhoster genannt. Je nach Bedarf können bei ihnen verschiedene Pakete gemietet werden, vom kleinen Anfänger-Paket für die persönliche Seite bis hin zu ganzen Servern. 

Einen Vergleich von verschiedenen Webhostern in Deutschland finden sie hier:
http://www.hosting-tipps.net/

In der Regel bieten die Webhoster auch gleich noch an, die URL - also die Internetadresse - zu reservieren. Ob die von Ihnen gewünschte Domain noch frei ist, wird Ihnen ihr Webhoster auch sagen können - oder aber, Sie können Ihre Wunschdomain im Adressfeld Ihres Browsers eingeben und schauen, was herauskommt. Es braucht manchmal etwas Kreativität, bis der optimale Name gefunden ist - denn die einfachen Namen sind zum grössten Teil schon besetzt. 

Domain und Webspace kosten etwas, wenn auch nicht alle Welt - die kleinsten Angebote gibt es ungefähr ab 5 € pro Monat, wenn Sie mehr Platz benötigen, wird es entsprechend teurer. 

Ebenfalls existieren viele Angebote, die nicht kostenpflichtig sind. Dort wird allerdings vom Webhoster Werbung geschaltet, die nicht Ihrer Kontrolle unterliegt und deren Erträge nicht Ihnen zugute kommen. Gratis bedeutet nicht, dass kein Preis dafür zu bezahlen sei...

ftp - file transfer protocol

Wenn der Webspace vorhanden ist, bleibt nur noch eins übrig: die Website vom eigenen PC auf den Server zu laden!

Dazu wird ein sogenanntes ftp-Programm benötigt - ftp steht für "file transfer protocol", also ein "Dateiübertragungswerkzeug". Eines der am weitsten verbreiteten Programme ist filezilla, das kostenlos heruntergeladen werden kann.

Nach dem Installieren müssen nur noch die Zugangsdaten des Webservers, die der Webhoster Ihnen zur Verfügung stellt, im Login von filezilla eingegeben werden, und dann kann mit einfachem Herüberziehen die Webseite auf den Webserver gebracht werden.

et voilà!

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© Barbara Seiler 2009 - www.in-formations.net
Dieser Text darf unter Hinzufügung dieser Fussnote gerne weitergegeben werden.