Lernkarten sind ein beliebtes und immer wieder empfohlenes Lernhilfsmittel. Sie haben mehrere Vorteile: sie sind billig, können leicht den individuellen Bedürfnissen angepasst werden, und sie können auf viele verschiedene Weisen genutzt werden, um den Lernstoff zu erarbeiten und zu vernetzen, sodass er später in vielen Kontexten abgerufen werden kann und zur Verfügung steht.
Der erste Schritt besteht darin, die Karten zu schreiben. In den sprachlichen Fächern werden dies meist Karten mit Wortschatz sein, das Wort in der Fremdsprache auf der einen Seite, in der Muttersprache auf der anderen Seite. In der Mathematik und Physik können Formeln notiert werden, aber auch Lösungswege für bestimmte Probleme; in der Geschichte Daten, Namen und Fakten.
Durch das Schreiben selbst geschieht ein erster Lernschritt: die Inhalte werden sehr genau angeschaut und mit Sorgfalt notiert. Unterstützt kann das Lernen werden, indem der Stoff beim Schreiben laut aufgesagt wird, um neben dem Sinneskanal des Handelns und Berührens und dem Sinneskanals des Sehens zusätzlich die Kanäle des Hörens und Sprechens einzubeziehen. Je mehr Sinneskanäle am Lernprozess beteiligt sind, desto leichter kann der Stoff erinnert werden.
Beim Lernen von Sprachen können Kärtchen auf vielseitige Weisen verwendet werden. Sinnvoll ist das relativ kleine Kartenformat A7, das genügend Platz bietet für die Wörter. Solche Kärtchen und dazu passende Boxen können in vielen Papeteriegeschäften bezogen werden.
Hier sind einige Möglichkeiten, wie mit Wortschatzkarten gearbeitet werden kann:
Dies sind einige Möglichkeiten, um mit Karten zu arbeiten - erfinden Sie weitere! Lernkärtchen sind ein perfektes Werkzeug, um sich Wortschatz auf eine spielerische, leichte Weise zu erarbeiten.
In den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern sind Kärtchen dazu geeignet, sich eine Formelsammlung zu erstellen, die bequem auf kleinstem Raum Platz findet. Eine Formelsammlung ist so etwas wie die Werkzeugkiste des Mathematikers und Physikers; viele mathematische Probleme können auf leicht gelöst werden, indem zuerst die gegebenen und gesuchten Werte notiert werden, und dann alle Formeln durchgearbeitet werden, die auf die eine oder andere Weise zu diesen Werten passen.
Gerade die Mathematik ist ein Fach, wo ein Thema auf dem anderen aufbaut, und wo es spätestens ab dem Niveau des Gymnasiums wichtig ist, die Gesamtheit des Stoffes zu beherrschen; da kann es immer wieder vorkommen, dass sich eine geometrische Flächengleichung in ein algebraisches Problem hereinschleicht und zur Lösung verwendet werden muss. Eine Formelsammlung auf Kärtchen ist hier sinnvoll, da diese Inhalte in den Schulbüchern und Übungsunterlagen oft über viele Hefte, Bücher und Ordner verstreut sind, und es eine lange Zeit benötigt, sie zusammenzusuchen; die Formelsammlung in Kartenform ist in wenigen Minuten durchgesehen.
Die Karten können natürlich auch in den Naturwissenschaften dazu dienen, Sachwissen zu notieren. Hier kann es sinnvoll sein, etwas grössere Karten zu nutzen - A6 oder A5 - damit es genug Platz hat, alle Informationen auf ihnen zu notieren. Bei physikalischen und geometrischen Themen ist es oft auch sinnvoll, das Thema mit einer Skizze zu illustrieren.
Hier sind einige Beispiele für den Einsatz von Lernkarten in den Naturwissenschaften
In den Naturwissenschaften sind die Karten vor allem sinnvoll, um sich ein persönliches Nachschlagewerk zu erarbeiten, das in der Arbeit ständig benutzt und erweitert wird. Durch die Konzentration auf das Wesentliche und die beständigen Erweiterungen bleibt auch der früher gelernte Stoff präsent und die verschiedenen Bereiche werden miteinander vernetzt, wodurch Schritt für Schritt ein Verständnis wachsen kann, das über blosses Auswendiglernen hinausgeht.
© Barbara Seiler 2008 - www.in-formations.net
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