Los geht's mit dem Lernen!

Der Arbeitsplatz ist bequem und sinnvoll eingerichtet, ein Plan wurde erstellt – es kann los gehen!

der Idealfall...

Im besten Fall sieht die Sache nun so aus: Konzentriert und innerhalb des festgesetzten Zeitrahmens wird Punkt für Punkt des vorbereiteten Programms mit intensiver Leichtigkeit abgearbeitet. Ein Glas Wasser und ein paar Nüsse sorgen für das körperliche Wohlbefinden, hin und wieder etwas Gymnastik am offenen Fenster sorgt für die Beweglichkeit der Gelenke und der Gedanken... zur vorgesehenen Zeit wird Feierabend gemacht, müde aber glücklich, und alles ist paletti.

... ist keine Regel, eher die Ausnahme

Dieser Idealfall ist – der Name sagts – ein Idealfall, ein anzustrebendes Ziel. Wenige Naturtalente mögen von selbst auf diese Weise mit Leichtigkeit und Freude lernen – für die meisten Leute braucht es Übung und ein Bewusstsein für die Hinternisse, die auf diesem Weg auftauchen können. Einige davon sind:

HILFE!

Es gilt Strategien zu finden, um mit diesen Blockaden umgehen zu können, um erfolgreich zu lernen. Das ist nicht nur eine mentale Sache, sondern oft auch eine emotionale, und ein Prozess, in dem ein Mensch sich selbst hinterfragt und Neues über sich selbst lernt. Viele Eltern, die ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen, machen die Erfahrung, dass das gemeinsame Lernen... in Tränen und Geschrei endet. Das muss nicht sein! Darum hier einige Möglichkeiten, wie diese Hindernisse umschifft werden können:

Feststecken – und trotzdem weiter kommen

Blackout. Da stehen geheimnisvolle Zeichen, doch was ist da überhaupt gefragt? Wie sieht der nächste Schritt aus? Wie geht es weiter?

Eine der häufigsten nicht funktionierenden Strategien ist das wilde Herumprobieren, einfach irgend etwas tun, Hauptsache das Blatt ist voll... mit dem Ergebnis, dass die erarbeitete Lösung höchstens zufällig mal richtig ist. Was bedeutet: so gut wie gar nie.

in der Theorie nachschauen

Sinnvoller ist es, im Werzeugkasten der Theorie nachzuschauen, welche Werkzeuge zur Verfügung stehen, und herauszufinden, ob sie passen oder nicht. Bei mathematischen Problemen ist es die Formelsammlung – in der Regel werden pro Lerneinheit nicht mehr als drei bis fünf Formeln vermittelt, deren Anwendung dann geübt werden will. Bei sprachlichen Themen geht es meist um die Grammatik und um das Bauen von Satzstrukturen, die oft keiner erkenntlichen Logik folgen, aber einfach so sind, wie sie sind – und gemäss Vorschrift angewendet werden müssen. Wenn es gelingt, das gestellte Problem mit dem richtigen Kapitel der Theorie zu verbinden, dürfte sich der Knopf auflösen.

Hilfe holen

Theoretische Grundlagen haben oft die Eigenschaft, schwer verständlich zu sein und mit vielen komplizierten Worten einfache Dinge zu sagen. Es kommt häufig vor, dass die theoretischen Erläuterungen nicht geeignet sind, das Verständnis zu fördern. Da braucht es eine Übersetzung der einen oder anderen Art, in einer Sprache, die von dem Schüler oder der Schülerin verstanden wird. Und wenn das Verständnis da ist, kann das Problem auch gelöst werden. Hilfe ist an vielen Orten zu finden:

keine Zeit verlieren!

Wenn ein Durcharbeiten der Theorie nicht zum Verständnis führt, auf dem Internet nichts gefunden werden kann und gerade niemand zur Verfügung steht, der/die das Thema erläutern kann – so ist es sinnvoll, den Knackpunkt zu notieren und sich in der Zwischenzeit anderen Dingen zu widmen. Ein stundenlanges verständnisloses Herumtappen im Dunkeln hat keinerlei Lerneffekt, fördert aber Stress und ein Gefühl von Hilflosigkeit und ist somit kontraproduktiv.

Ich kann es mir nicht merken – oder doch?

Ein bedeutender Teil von Schule besteht im Auswendig-Lernen von Fakten und Zahlen – Wortschatz von Fremdsprachen, Konjugations- und Deklinationslisten, geschichtlichen Namen und Zahlen, mathematischen Formeln und Vorgehensweisen...Schon viele SchülerInnen, die den Stoff so gut wie gar nicht verstehen, retten ihre Note durch konsequentes Auswendiglernen und Wiedergeben des Gelernten – auf eine mechanische Weise. Viele gibt es, die ganze Wortlisten ohne Probleme herunterrattern können, aber nicht fähig sind, einfache Sätze in einer Fremdsprache spontan und korrekt zu bilden, und mit dieser Fähigkeit kommen sie durch die Schule. Doch wenn der Stoff trotz vielfachem Üben einfach nicht hängen bleibt, so ist das ein grosses Handicap.

Hier sind einige Methoden, die das Auswendiglernen erleichtern:

Die Sinneskanäle

Informationen werden durch verschiedene Sinneskanäle aufgenommen: durch das Sehen, wenn etwas gelesen wird; durch das Hören; durch das Handeln, Tasten und Berühren. In der Schule wird in der Regel das Sehen sehr stark betont – Inhalte werden gelesen, an die Tafel geschrieben, in Bildern und Grafiken dargestellt – doch die andern Sinneskanäle, das Hören und das Handeln, werden oft stark vernachlässigt.

Menschen haben bevorzugte Sinneskanäle, durch die sie Informationen leicht aufnehmen und behalten können, und andere Sinneskanäle, durch die es weniger leicht geht. SchülerInnen, die vor allem über das Sehen lernen, haben einen grossen Vorteil in der Schule; jene, die besser über das Hören und das Handeln lernen, sind benachteiligt. Sie lernen besser, wenn sie sich in ihren eigenen Studien auf jene Sinneskanäle konzentrieren, die ihnen am besten liegen.

Sehen

Das Sehen kann auf folgende Weisen angesprochen werden:

Hören

Das Hören kann auf folgende Weisen angesprochen werden:

Handeln und Fühlen

Der Sinneskanal des Handelns und Fühlens bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die das Lernen effizienter gestalten:

Strukturen erkennen

In vielen Fächern – vor allem bei den Sprachen – gibt es Faustregeln, die dabei helfen können, das Richtige zu merken. Es ist sinnvoll, sich nicht nur auf die Details zu konzentrieren, sondern immer wieder mit Übersichten über das ganze Thema zu arbeiten, um auf diese Weise Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen zu können und die einzelnen Bereiche miteinander zu vernetzen. So entstehen nach und nach Referenzpunkte, an denen man sich orientieren kann; neue Inhalte können in dieses Netz eingereiht werden und sind leichter zu lernen und zu merken.

Wiederholungen

Das Gehirn verändert sich, wenn Inhalte und Handlungen wiederholt werden. Auch hier ist Schule häufig schlecht geeignet, da sich neue Inhalte in schnellem Tempo einander folgen, ohne dass Zeit für eine Vertiefung gelassen wird. Es ist sinnvoll, sich auf einen kleinen Kern von Inhalten zu konzentrieren – einige wenige Wörter, einige wenige Zahlen – die über längere Zeit wiederholt werden, bis sie im Schlaf abgerufen werden können. Dies schafft neue Nervenbahnen, und auch neue mentale Strukturen – die dafür sorgen, dass neue Inhalte leichter integriert und in Beziehung dazu gesetzt werden können. Weniger ist mehr!

Die Zeit rennt davon!

Es kann immer wieder vorkommen, dass ein bestimmtes Thema unterschätzt wird, und viel mehr Zeit und Aufwand dafür benötigt wird, als vorgesehen. Dies schafft Stress und Druck, möglicherweise auch Versagensängste und Minderwertigkeitsgefühle... Hier ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren, eine Pause zu machen und die Prioritäten neu zu ordnen. Nie kann alles erledigt werden – also ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass die vorhandene Zeit optimal genutzt wird.

Verzichten Sie nicht auf Schlaf, Mahlzeiten und Bewegung! Das Lernen findet ebenso in den Ruhephasen statt, wie in den aktiven Lernphasen – das Gehirn benötigt unbedingt ausreichend Schlaf, um die gelernten Inhalte zu verankern und zu festigen. Ein leerer Magen lässt den Zuckerspiegel absinken, und das Gehirn wird nicht mit der Energie versorgt, die es benötigt, um optimal zu arbeiten. Ebenso sorgen verspannte Muskeln für verspannte Gedanken – schlechte Voraussetzungen, um sich irgend etwas Neues anzueignen.

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© Barbara Seiler 2008 - www.in-formations.net
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