Mathematik lernen

Die Schönheit der Mathematik

Mathematik ist schön. Ihre Kurven sind elegant, ihre Formeln klingen wie kristallene Glocken, ihre Zahlen sind geheimnisvolle und wunderbare Wesen, ihre Verhältnisse harmonisch, ihre Zeichensprache ein Gedicht, ihre Geometrien heilig. Sie berührt das Her und sie bringt den Verstand zum Klingen. 

Apophysis-Fraktal:: Herzenergie

Apophysis-Fraktal, ein mathematisches Bild

Die Illustration rechts ist ein Bild, das mit ausschliesslich mathematischen Methoden hergestellt wurde - es ist in Farbe übersetzte Mathematik. Ein Fraktal, das mit der freien Software Apophysis hergestellt wurde, ein kleines Programm zum fröhlichen Spielen.

Diese Schönheit ist die wahre Natur der Mathematik - und mir ist es ein Anliegen, die Freude und die Befriedigung an Sie weiterzugeben. Nur ein kleines Bisschen, vielleicht. Nur so viel, dass sie ihr eine Chance geben und die möglicherweise schlechten Erfahrungen aus der Schulzeit durch etwas Neues, Besseres ersetzen können.

Der traurige Status Quo

Wenn man ein paar beliebige Leute nach ihren Erfahrungen mit der Mathematik befragt, so bleibt von dieser Schönheit kaum etwas übrig. Der Tenor lautet: ach, was bin ich froh, habe ich damit nichts mehr zu tun!

Die Grundrechenarten reichen für den Alltag, ein bisschen Prozentrechnung, die werden so schlecht und recht beherrscht, mit ein paar persönlichen Kniffs und Tricks, die meisten kriegen es im Lauf ihres Lebens auf die Reihe, ihr Budget zu beherrschen, eine einfache Buchhaltung zu führen und auszurechnen, ob das Geld im Portemonnaie auch reicht für die Waren im Einkaufswagen und wie viel das Steueramt dann noch abzwacken wird und die Krankenkasse.

Ansonsten ist das vorherrschende Gefühl: die Hilflosigkeit. Mathematische Probleme und Knobeleien werden von vielen als eine Art höhere Magie betrachtet (was durchaus nicht ganz verkehrt ist), die undurchschaubaren Regeln gehorcht und die dem Geist des gewöhnlichen Menschen für immer verschlossen sind.

Interessanterweise kommt es sehr selten vor, dass die Mathematik eine so starke und instinktive Abneigung auslöst, wie das bei Fremdsprachen immer wieder mal vorkommt - es ist nicht ungewöhnlich, dass Deutschsprachige die französische Sprache hassen und sich ihr verweigern. Und umgekehrt ähnlich. Deutsch und Französisch haben so verschiedene Energien, die passen einfach nicht gut zusammen. Wohingegen die Sprache der Mathematik universal ist, in das Erbe und den Körper aller Menschen eingeschrieben, sodass zwar Ratlosigkeit häufig ist, aber nicht Hass und Abneigung.

Rezeptbuch-Mathematik

Problematisch ist, wie Mathematik häufig gelehrt wird. Es wird nicht darauf geachtet, dass die Schüler und Schülerinnen verstehen, was sie tun, was die Hintergründe sind, wie das Ganze zusammenhängt - sondern es werden ihnen Rezepte beigebracht, Anweisungen, wie Aufgaben gelöst werden müssen. Man nehme einen Apfel, schäle ihn, schneide ihn in Scheiben, lege ihn in eine Form... Nicht, dass Rezepte grundsätzlich falsch wären. Doch sie verfehlen ihren Zweck, wenn dem Ausführenden nicht bewusst ist, was das Endprodukt sein soll. Es fehlt an der Orientierung, es wird empfunden als ein Umherirren in einer absurden Welt ohne Regeln, ohne Wegweiser, ohne Ziel. 

So haben es Generationen von Lehrern geschafft, die Schönheit der Mathematik so erfolgreich zu verstecken, dass viele sie niemals zu sehen bekommen. Was eine enorme Leistung ist, wenn man es recht bedenkt. Das ist, als hätten Generationen von Griechen Aphrodite und Helena für verstümmelte Felsblöcke gehalten, nicht für Göttinnen und göttliche Wesen.

Das muss nicht so sein

Tierazon-Fraktal: Leichtigkeit

Tierazon-Fraktal, ein mathematisches Bild

Es gibt Wege aus dieser Hilflosigkeit und in das Verstehen. Und die sind gar nicht so schwer, wenn einige Prinzipien beachtet werden. Einige dieser Prinzipien sind:

copyright

© Barbara Seiler 2010 - www.in-formations.net
Dieser Text darf unter Hinzufügung dieser Fussnote mit einer funktionierenden Verlinkung auf in-formations.net in Online-Medien gerne weitergegeben werden.